Stichwort Sterben

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Von: Steiner, Rudolf
Rudolf Steiner Verlag - Futurum, 2020. 92 S. 18 cm, KT Maße: 10.5 x 18

ISBN: 978-3-7274-4914-7

8,90 €

Herausgegeben von Ackermann, Franz

Sinn, Bedeutung und Aufgabe des Sterbens
In der Anthroposophie haben der Tod und das Sterben einen besonderen Stellenwert. Wird das Sterben heute gemeinhin meist nur als ein Endprozess wahrgenommen und erklärt, erweitern die zahlreichen Darstellungen Rudolf Steiners diese eindimensionale Blickweise um ein Vielfaches. Hat man erst einmal erkannt, welche Fülle im Sterbevorgang liegt, welche Bedeutung dem Sterben im Lebensgang zukommt und was das Sterben für den Sterbenden und seine Weiterentwicklung bedeutet, lässt einen dies das Leben in einem neuen Licht sehen - und das hat Folgen bis in das Erleben und die Lebensgestaltung hinein. Der Herausgeber hat aus dem Gesamtwerk Rudolf Steiners Äußerungen zusammengestellt und thematisch geordnet, sodass sich rasch ein Überblick über das weite Feld dieses spirituell zentralen Themas gewinnen lässt. Und wer sich vertieft damit auseinandersetzen möchte, der findet über die bibliografischen Angaben den Weg zu den Originaltexten Rudolf Steiners.

"Das Sterben erscheint nur solange als ein großes Rätsel, solange es nicht gesehen wird in dem fortgehenden Leben zwischen Geburt und Tod. Wir sterben nicht nur - wenn ich mich paradox ausdrücken darf -, wenn wir sterben, wir sterben im Grunde genommen in jedem Momente unseres physischen Lebens. Und indem ausgebildet wird in unserem Organismus jene Tätigkeit, welche zur Erinnerung führt als das erinnerungsmäßige Denken - und jedes Erkennen im gewöhnlichen physischen Leben ist ja im Grunde genommen an die Erinnerung geheftet -, insofern ausgebildet wird dieses Erkennen, insofern sterben wir fortwährend. Es ist ein leises Sterben, ausgehend von unserer Hauptesorganisation, fortwährend in uns. Indem wir gerade diese Tätigkeit ausführen, die sich fortsetzt in der Erinnerung, beginnen wir den Akt des Sterbens fortwährend. Nur wird diesem Akt des Sterbens entgegengearbeitet durch dasjenige, was in uns Wachstumskräfte in den anderen Gliedern des menschlichen Organismus sind, die überwältigen die Sterbekräfte. Und so halten wir das Leben durch.


Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (Königreich Ungarn, heute Kroatien), geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule Wien und promovierte an der Universität Rostock mit einer erkenntnistheoretischen Arbeit, die mit dem Satz endet: «Das wichtigste Problem alles menschlichen Denkens ist das: den Menschen als auf sich selbst gegründete, freie Persönlichkeit zu begreifen.» Diese Überzeugung leitete ihn auch in seiner Tätigkeit als Goethe-Herausgeber in Weimar, als Schriftsteller, als Redakteur und Vortragsredner in Berlin, später in Dornach und an vielen anderen Orten Europas. Seine durch Bewusstseinsforschung erweiterte Sichtweise, die er «Anthroposophie» (Weisheit vom Menschen) nannte, ermöglichte es ihm, auf zahlreichen Lebensgebieten praktische und tiefreichende Impulse zu geben, stets mit dem Ziel einer spirituellen Erneuerung der Zivilisation. Nach der Trennung von der Theosophischen Gesellschaft, deren Deutscher Sektion er zunächst als Generalsekretär vorstand, wirkte bei der Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft mit. Im Goetheanum in Dornach bei Basel bekam die Gesellschaft ihr Zentrum «Freie Hochschule für Geisteswissenschaft». Als der Doppelkuppelbau aus Holz durch Brandstiftung zerstört wurde, stellte sich Rudolf Steiner an die Spitze der neu begründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Rudolf Steiner starb am 30. März 1925. Sein Werk umfasst neben zahlreichen geschriebenen Büchern Nachschriften von rund 6000 Vorträgen und ist in der «Rudolf Steiner Gesamtausgabe» zum großen Teil ediert.



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